BFS vs CFS [Update 2]
Wer Linux benutzt verwendet (in den allermeisten Fällen) einen Kernel mit dem Standard-Scheduler CFS (Completely Fair Scheduler).
Kernel Hacker Con Kolivas hat dem schon vor einiger Zeit ein völlig neues Konzept, den Brain Fuck Scheduler (BFS) entgegengestellt.
Der Grundunterschied der Auswirkungen für den User liegt in der ‘responsiveness’ des Systems. CFS ist darauf ausgelegt auf riesige Maschinen zu skalieren, und unterscheidet dabei nicht zwischen dem normalen Rechner für zu Hause oder einem 4096 CPU Gerät. (Die Zahl 4096 CPUs taucht in der Diskussion als Richtlinie für Skalierbarkeit immer wieder auf.)
Ebensowenig wird meist zwischen dem Einsatzgebiet, Desktop oder eben Server unterschieden. (Es gibt hierfür zwar einige Möglichkeiten in der Kernel Konfiguration, aber wer den Standardkernel seines Distributors verwendet, unterscheidet hier zwangsläufig nicht.)
Die Folge ist eine Trägheit die ich auch schon öfter bemerkt habe. Wenn ich z.B. große Dateimengen kopiere, nebenher vllt noch einige youtube videos schaue, fängt die Maus an zu ruckeln. Das Umschalten zwischen Arbeitsflächen dauert mehrere Sekunden. Und das alles obwohl die CPU Last unter 10% liegt. Sehr störend.
Nun verwende ich schon seit einigen Wochen den BFS. Um etwas zu testen habe ich vorhin mal wieder einen Kernel mit CFS gebootet, und auch gleich mal mehrere GB auf meinen USB Stick kopiert. Den direkten Vergleich zwischen den beiden Schedulern hatte ich so noch nie gezogen. Fakt ist: Diese Probleme die CFS beim Kopieren großer Datenmengen und anderen lastenden Vorgängen macht, Ruckeln der Maus, langsame Reaktion, sind unter einem Kernel mit BFS nicht vorhanden.
Ich kann nur jedem ans Herz legen, der leidenschaftlicher Linux Nutzer ist, seinen nächsten Kernel mit dem BFS zu kompilieren. Dazwischen liegen Welten!
Update 1: Gerade habe ich mal einen Kernel mit BFS304 (Version 0.304) kompiliert. Es ist immernoch 2.6.31 btw, mal sehen wie sich das auf die Stabilität auswirkt. (Alles oben geschriebene war 2.6.31 mit BFS221, und litt doch an der einen oder anderen Stabilitätsschwäche….)
Update 2: Die Abstürze die ich mit BFS221 noch ab und zu erlebt habe, sind bisher unter 304 nicht aufgetreten… :)


Kommentar von Peter — 26. Oktober 2009 at 07:55
Nanu, Langeweile? Nix los in London? Oder schon die ersten “Schulferien”? ;)
Wenn ich irgendwelche Kernel kompiliert hatte, wollte der Rechner nicht mehr so wie ich will. Sprich: Kein Booten und ähnliches…
Selbst der Echtzeitkernel von Ubuntu Studio bootet nicht, Bildschirm bleibt Schwarz.
Mir wäre dann eine genaue Anleitung wichtig, wie man so einen Kernel kompiliert und was man bei Fehlermeldungen unternimmt. Denn jetzt so auf die schnelle habe ich bei einer Such(t)maschine nichts gefunden.
Wie gehts in London? Den neuen Taschenrechner im “Griff”?
cu Peter
Kommentar von Max1 — 26. Oktober 2009 at 17:45
Hey!!!
Ne keine langeweile ;)
den bfs kernel hab ich schon in DE benutzt, aber der unterschied war gestern so deutlich, dass ich das einfah mal loswerden musste.
Der neue taschenrechner ist mist, dauert alles ewig weil ich ständig die tasten suchen muss… Nicht schön.
Sonst bei euch alles gut? Was macht doe wohnung? :) erzähl mal. (email ^^)
ein selbstgebauter kernel der nicht bootet heisst meistens das der ein oder andere treiber fehlt, gerne mal fuer sen sata cobtroller oder aehnliches ;)
wobei ich nicht weiß, was ubuntu studio ist ^^
sonst ist alles soweit gut, nur eben bisl stressig…